Interviews sind keine Kennenlerngespräche.

Shownotes

Interviews gehören zu fast jedem Auswahlverfahren. Wahrscheinlich gibt es kaum eine Einstellung in Deutschland, bei der nicht mindestens ein Gespräch geführt wird.

Und genau das ist das Problem.

Denn obwohl Interviews so zentral für Personalauswahl sind, werden sie in der Praxis oft dramatisch unpräzise geführt: spontan, unstrukturiert, lebenslaufgetrieben und mit Fragen, die sich von Kandidat zu Kandidat unterscheiden.

In dieser Folge sprechen Artur und Basti darüber, wann ein Interview überhaupt ein Messinstrument sein kann – und wann es nur ein nettes Gespräch ohne echte Vorhersagekraft ist.

Es geht um unstrukturierte, teilstrukturierte und hochstrukturierte Interviews, um Reliabilität, Präzision, Scorecards, biografische Fragen, situative Fragen, STAR-Methode, Eskalationsfragen und die Frage, warum gute Interviewführung echtes Handwerk ist.

Außerdem sprechen die beiden darüber, warum strukturierte Interviews nicht unpersönlich sind, weshalb Feedback dadurch besser wird und warum Recruiter aufhören sollten, Interviews „einfach mal laufen zu lassen“.

💬 Zentrale Botschaft:

Ein Interview ist nicht automatisch ein gutes Auswahlverfahren. Erst Struktur, klare Kriterien und vergleichbare Fragen machen daraus ein präzises Messinstrument.

Kernaussagen:

  1. Vor dem Interview muss klar sein: Welche Kompetenz wollen wir sehen? Welche Frage hilft dabei? Und woran erkennen wir eine gute Antwort?
  2. Strukturierte Interviews sind keine Zusatzaufgabe. Sie sind Teil professioneller Personalauswahl.
  3. Wenn du Kandidaten vergleichen willst, musst du ihnen vergleichbare Fragen stellen.

Links:

Artur: https://www.linkedin.com/in/artur-reich-63b788105/

Bastian: https://www.linkedin.com/in/bastian-stolz/

Stefan: https://www.linkedin.com/in/berndt-stefan/

https://jaklahr.de/#

Applysia applysia.de/basics

Dein Call to Action!

👉 Hinterlasse eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts ⭐⭐⭐⭐⭐

👉 Teile dein Feedback zur Episode auf LinkedIn

Transkript anzeigen

00:00:05: Gutes Recruiting und Bauchgefühl vertragen sich nicht.

00:00:08: Professionelles Recruitting ist angewandte Psychologie, auch eine Frage

00:00:13: der Haltung.

00:00:14: Wer verstehen will, wie man geeignete Menschen findet, ist richtig bei Recruited Basics mit Stefan Berndt, Bastian Stolz und Arthur Reich – bei Basics schlau

00:00:25: machen!

00:00:26: Dieser Podcast wird präsentiert von Aplusia Eine weitere Folge Recruiting Basics mit Arthur und mir, und wir sprechen heute über das Thema Interviews.

00:00:39: Und Interviewarten und darüber ob es ein Messinstrument ist und wann es sein Messinstrumen sein kann und wann nicht!

00:00:49: Da bin ich schon sehr gespannt was du lieber Arthur auch dazu zu sagen hast.

00:00:56: Ja, möcht ihr ganz kurz mit einer Frage starten?

00:00:58: Weil ich es tatsächlich nicht weiß.

00:01:00: Fürst du aktiv Interviews in deinem Job aktuell oder hast du andere Aufgaben?

00:01:08: Ich führe ehrlich gesagt ausschließlich nur noch Interviews wenn ich's für mein eigenes Team einstelle und das gehört nicht mehr zu meinen Aufgabeneinstellungsinterviews für Fachbereiche zu führen...

00:01:19: Für alle die es nicht sehen er streicht sich gerade so die Schulter ab.

00:01:22: man wischt nicht den Staub von der Schulter ist nicht mehr seine Aufgabe.

00:01:26: Leider, es ist wirklich leider ein Teil der mir immer sehr viel Freude bereitet hat.

00:01:33: Zumindest am Anfang immer sehr viele und im Prozess hat's dann immer weniger Freude gemacht weil wenn du einen hoch strukturiertes Interview machst oder ein strukturiertes Interview stellst ja auch immer die gleichen Fragen.

00:01:43: Und wenn du das mal so fünfmal ineinander gemacht hast, dann weißt du auch was du gemacht hast?

00:01:48: Ja.

00:01:49: Es ist trotzdem immer wieder interessant was für Antworten da kommen.

00:01:53: Zeitgleich... Es ist etwas, was mir immer viel Freude bereitet hat muss ich sagen.

00:01:58: Weil wenn man sich da vier Gedanken zu gemacht hat und dann sieht hey guck mal ich arbeite jetzt genau das raus!

00:02:03: Ich finde dass es ehrlich gesagt des geilste an am Recruiter-und-Recruiter in den Job, wenn man diese Rolle so wahrnimmt... Wenn wir über das Thema Interview sprechen, denn glaube ich hundert Prozent aller Auswahlverfahren in ganz Deutschland haben mindestens ein Interview.

00:02:22: Wenn nicht sogar zwei oder drei?

00:02:25: würde ich mitgehen, die auf jeden Fall.

00:02:28: Es wird überall genutzt und es wird dramatisch wenig Gedanken sich darüber gemacht.

00:02:33: Das ist das was ich in meiner Wahrnehmung habe.

00:02:35: auch wenn man sich so ein bisschen in der Weltgeschichte mal bewirbt zum Spaß oder aus Ernst, dann stellst du eben fest dass du immer mit einem Interview konfrontiert wirst Dass du in den seltensten Fällen ein strukturiertes Interview vor dir hast oder einen Kompetenzbasiert ist, oder auch die Star-Methode immer gehört wurde.

00:02:55: Sondern dass sehr oft dir gegenüber jemand sitzt der in dem Moment sich dein Lebenslauf zum ersten Mal anguckt und dann spontan irgendwelche Fragen dazu stellt.

00:03:06: Und das finde ich so verrückt aus zweierlei Gründen.

00:03:10: erstens alle nutzen es so intensiv um eine Entscheidung in der Personaliswahl zu treffen Und zeitgleich nutzen wir in neunzig Prozent der Fälle unstrukturierte spontane Interviews, die absolut keine Präzision und Vorhersagekraft auf zukünftige Performance im Job haben.

00:03:30: Das beißt sich für mich im Kopf so derart dass ich nicht verstehen kann wie man sich das damit zu wenig auseinandersetzen kann.

00:03:37: wenn man sich vertiefend damit auseinander setzen möchte dann empfehle ich ein Video das beste Video aller Zeiten von Professor Dr.

00:03:45: Uwe Cunning, der nicht nur unser Intro einspricht sondern auch dieses Video produziert hat.

00:03:49: wie macht man es mal in die Show Notes hier rein?

00:03:52: Weil wenn man sich das anguckt und versteht dann kann man eigentlich nicht mehr weiter so machen bis er nur instrukturiert.

00:04:01: Also danke für deinen Wahnsinns-Appell jetzt.

00:04:05: Damit habe ich gar nicht gerechnet, dass du da so auch emotional wirst.

00:04:07: aber es ist gut so und ich kann das nur bestätigen.

00:04:11: dieses Video Ich glaube das wäre eins wo ich sagen würde egal wem ich begegne wer was lernen möchte zum Handwerkszeug eines Recruiters eine Recruiterin dem würde ich den Link schicken weil das einfach... Und was Du gerade gesagt hast in was auch in dem Video vorkommt Und es ist bei mir so hängen geblieben, deswegen erwähne ich's.

00:04:32: Dass es Studienergebnisse gibt seit vierzig Jahren.

00:04:38: Seit vierzig Jahre gibt es eigentlich sehr eindeutige Ergebnisse dazu wann ein Interview, ein reliables Messinstrument ist und wann nicht.

00:04:47: Ja?

00:04:48: Und das heißt diese Erkenntnisse sind älter als ich.

00:04:52: Ich wollte jetzt mal kurz angeben, ich bin nur unter vierzig, ha!

00:04:54: Ein Spaß!

00:04:56: Nein aber... und trotzdem Da gebe ich dir vollkommen Recht, Arthur.

00:05:00: Trotzdem liegen wir in den allermeisten Fällen von irgendwelchen unstrukturierten Wohlfühlgesprächen wo Fragen gestellt werden die man halt schon immer so gestellt hat oder von denen man einfach auch denkt dass es gute Fragen sind.

00:05:15: Man muss ja nicht immer zwingend böse Absicht unterstellen sondern einfach unwissen.

00:05:20: in dem Fall und das macht mich aber auch so fertig unwissen wo es doch gleichzeitig so viel Wissen darüber gibt Und trotzdem herrscht so viel Unwissen.

00:05:30: Du hast es gerade eben schon den geflügeltem Begriff hochstrukturiert erwähnt und vielleicht sollten wir das als Anlass nutzen, um erst mal ganz kurz noch zu unterscheiden welche Arten von Interviews es überhaupt gibt?

00:05:44: Also wenn du möchtest dann sehr gerne!

00:05:47: Ich würde gern auch eine Sache einschieben bevor wir genau das machen und zwar einmal ein bisschen das Wort Reliabel leicht zu erklären und dann vielleicht doch mal so ein bisschen darstellen warum ist sofort... ist, sich darüber keine Gedanken zu machen.

00:06:01: Man kann – das wird auch in dem Video sehr gut veranschaulich – man kann auch von Präzision sprechen!

00:06:06: Wenn etwas reliabel ist dann ist es auch präzise.

00:06:10: Präze bedeutet dass was man versucht zu erreichen wird auch getroffen.

00:06:17: Man muss sich das ungefähr so vorstellen, man isst Beatlet ja?

00:06:24: Dort auf der Piste unterwegs und dann geht's ums Schießen.

00:06:28: Und jetzt ist es so, als wenn man einfach eigentlich versuchen würde anstatt mit einem Luftgewehr, mit nem Steinwurf dieses Ding zu treffen.

00:06:42: Man hat nicht nur das falsche Gerät an der Hand sondern... Es erfüllt auch gar nicht den Zweck, die man möchte nämlich diese Scheibe zu treffen.

00:06:50: Man ist immer wieder daneben und das Schlimme ist dabei, man nimmt es nicht mal wahr.

00:06:54: Man sieht nicht dass man nicht trifft in der Personalauswahl während es ganz deutlich wird bei Zielscheiben treffen entweder man hat ins schwarze getroffen oder nicht.

00:07:04: ja

00:07:04: weil entweder Ist dort ein Einschlag gewesen?

00:07:08: Oder eben nicht.

00:07:09: Bei der Personalauswahl sieht man den einschlag nicht man sieht nicht ob man getroffen hat.

00:07:14: Ja Das macht es so wahnsinnig gefährlich, wenn man in Zweifel immer wieder schießt und nicht trifft.

00:07:21: Und das überhaupt nicht warm ist, wenn sich damit gar nicht mitbefasst.

00:07:25: Das ist für mich verrückt!

00:07:27: Danke für die kurze Breakout-Session zum Thema Reliabilität.

00:07:30: Wenn ich nicht alles täusche, dann sollte das eigentlich... Für jeden der mal eine Uni besucht hat oder von innen gesehen hat, sollte das ein Begriff sein?

00:07:38: Weil es eines der absoluten drei wissenschaftlichen Gütekriterien gibt Und deswegen sollte es kein unbekannter Begriff sein.

00:07:45: Für alle, die gerne Zungenübungen machen dürfen das gern zähmeinander sagen.

00:07:49: Reliabilität und gleich danach Authentizität.

00:07:52: Das macht nämlich sehr viel Spaß.

00:07:53: Danke für die Erklärung!

00:07:54: Wir wissen jetzt was ist reliable?

00:07:56: Also wir verwenden mal den einfacheren Begriff Präzision.

00:08:01: Jetzt können wir einmal gucken... Ist so ein Interview präzise oder ist es nicht präszise?

00:08:09: Wir können mal ganz grob unterscheiden.

00:08:11: Ein völlig unstrukturiertes Interview, also das ist wirklich... Du gehst ohne jeglichen Plan in dieses Gespräch rein.

00:08:18: Hast du überhaupt nicht vorher überlegt was will ich eigentlich besprechen?

00:08:22: Was will ich fragen?

00:08:23: Ja, was will dich auch für Antworten hören?

00:08:25: sondern du gehst einfach rein und führst ein lockeres Gespräch mit der Person am anderen Ende Und am ende legt ihr auf und findet euch ganz toll und sympathisch.

00:08:33: So, ja

00:08:35: Ich würde mal sagen Basti das sind achtzig bis neunzig Prozent aller Interviews.

00:08:39: Das ist zwar irgendwie krass, aber wenn jeder der hier zuhört denkt mal an Interviews und den ihr steckt.

00:08:45: So ist das Gefühl was du ständig hast weil von der Personalausweiseite es nicht nur spontan und unvorbereitet, es auch jedes Mal anders.

00:08:55: ich krieg ein Set an Fragen gestellt.

00:08:57: Du kriegst ein anderes und eine dritte Person kriegt wiederum etwas ganz anderes zu hören.

00:09:02: Und da frage ich mich natürlich auch so rein formal wie will ich denn diese drei Menschen miteinander vergleichen?

00:09:11: Eigentlich schon bei der Erklärung, wie du gerade geliefert hast sollte klar sein dass es nicht geht.

00:09:18: Ich würde trotzdem gerne Lanze brechen für alle Kolleginnen und Kollegen und würde sagen das sind vielleicht nicht ganz Achtzig Neunzig Prozent.

00:09:25: ich würde behaupten Es gibt schon auch mittlerweile relativ viele die zumindest Die nächste Variante des Interviews verwenden nämlich das teilstrukturierte interview.

00:09:36: Aber ich habe keine Zahlen und Daten und Fakten dazu.

00:09:38: Vielleicht können wir uns da ja nochmal aufschlauen oder unsere Zuhörerschaft kann uns da auch ein bisschen was dazusagen, es gibt auf jeden Fall das teilstrukturierte Interview Und die cleveren unter euch werden jetzt schon gemerkt haben wo der Unterschied vielleicht liegt.

00:09:54: Das heißt du hast dir natürlich grundsätzlich schon mal vielleicht ein gewisses set an fragen überlegt Aber diese zahlstrukturierte Interview bietet immer noch sehr viel Raum, um auszubrechen.

00:10:05: Um Dinge zuzulassen die du vielleicht nicht auf dem Plan hattest ja auch noch ganz viele spontane Fragen dazuzustellen und so weiter hat vielleicht auch nicht so richtig eine eindeutige Beurteilungsmatrix oder sowas.

00:10:18: Ja es ist also nur halbwegs nur teil strukturiert So, und jetzt kommt logischerweise das was Arthur ganz am Anfang gesagt hat.

00:10:26: Das strukturierte beziehungsweise hochstrukturierte Interview also das interview dass wirklich nichts dem Zufall überlässt ja?

00:10:36: Also da ist wirklich von Anfang bis Ende klar Wann passiert was Und wer stellt wann welche Fragen.

00:10:43: Welche fragen werden gestellt?

00:10:45: es werden keine anderen Fragen gestellt außer die die dastehen.

00:10:48: Ja Das ist dann, glaube ich vielleicht nochmal der Unterschied zwischen strukturiert und hochstrukturiert.

00:10:55: Ich weiß auch schon welche Antworten nicht hören will.

00:10:57: Und ich weiß, welche Antwort ist eine gute Antwort?

00:10:59: Und welche Antwort ist ne schlechte Antwort?

00:11:01: Das ist glaube ich noch so dieser kleine Gamechanger diese kleine Kirsche auf dem Interviewkuchen die das dann von der Qualität her nochmal ein bisschen unterscheidet wenn du wirklich nicht nur die Fragen alle weißt sondern auch die Antworten schon alle kennst weil Woher soll ich denn oder wie soll ich dann die Antwort bewerten, wenn nicht die richtige Antwort gar nicht kenne?

00:11:22: Oder gar nicht weiß was eine gute Antwort und was ein schlechter Antwort ist.

00:11:25: Und deswegen ja hochstrukturiert.

00:11:28: Da würde ich gerne ergänzen dass es gar nicht darum geht eine richtige Antwort zu definieren sondern einer Antwort die tendenziell etwas ist das eher zur Lösung führt weil solche hoch strukturierten Interviews sind tatsächlich nicht selten auch kompetenz basiert das heißt dieses da gibt es ja kein hundert prozent richtig und kein falsch sondern die zahlen darauf ein auch verhalten sichtbar zu machen.

00:11:54: uns war vergangenes verhalten oder also biografische fragen die auf vergangenen verhalten einzahlen oder situative fragen die hypothetisches verhalten darstellen und Da gibt es keinen tausendprozentig richtig oder falsch.

00:12:09: Es geht also nicht darum, irgendeine checkliste abzuhaken weil gesagt, gesagt, sondern es geht darum sich grundsätzlich darüber Gedanken zu machen.

00:12:19: In der Rolle in die die Person stecken sollte.

00:12:22: ist dieses Verhalten und dieses Kompetenz in der Situation?

00:12:26: soll es sichtbar werden?

00:12:27: Wann hat die Person in der Vergangenheit so etwas Ähnliches schon mal erlebt und wie sie damit umgegangen?

00:12:32: das versucht man rauszuarbeiten und dafür muss man natürlich wissen welches Verhalten Rangehensweisen an Problemstellungen für diese Rolle tendenziell wichtig ist.

00:12:42: Und dass es viel Arbeit hochstrukturiert bedeutet, man hat eine klare Scorecard also man weiß genau was man hören will und rated is von eins bis fünf oder eins bis vier je nachdem und hat am Ende des Tages ein gutes Gefühl worum es da eigentlich gehen soll.

00:13:03: Ich muss mich entschuldigen, Ato hat gelacht weil ich gerade einen symbolischen Euro in ein Schwein geworfen habe.

00:13:08: Weil der Begriff Scorecard wieder gefallen ist?

00:13:10: Ich bin mir noch nicht ganz sicher ob ich ein Critical Incident Schwein oder ein Scorecard Schwein machen soll.

00:13:14: Vielleicht mache ich eins für beide Begriffe.

00:13:17: Macht

00:13:17: nichts.

00:13:17: man braucht die Critical Incidents um die Scorecards zu erstellen.

00:13:21: Jetzt hast du's weiter.

00:13:22: Ja nein aber du hast natürlich völlig recht es ist harte Arbeit und ich wollte da noch kurz anschließen weil ich ja am Anfang mit der Frage gestartet habe noch aktiv Interviews machst und du bist ja mittlerweile vom Beruf Chef, deswegen machst es nicht mehr.

00:13:37: Nein Spaß beiseite ich mache tatsächlich also das ist ein sehr sehr sehr großer Teil meines Arbeitsalltages.

00:13:44: und um jetzt wieder anzuschließen wenn ich schon weiß ich habe einen Tag vor mir wo ich vier fünf Also mehr geht eigentlich nicht als fünf, aber vielleicht doch mal sechs Interviews habe.

00:13:57: Dann weiß ich schon dass sich am Abend richtig im Arsch bin.

00:14:00: also da bin Ich wirklich durch wenn ich die interviews vernünftig gemacht habe.

00:14:05: ja also klar Wenn ich nebenbei mails geschrieben und gechattet hab dann ist sie die auf der Der Ding nicht so der Aufwand nicht so groß.

00:14:14: Aber wenn du vernünftige interviews fürst und davon mehrere hintereinander dann schlaucht es richtig weil das wirklich absolute Schwerstarbeit für dein Gehirn ist.

00:14:24: Das ist so, du brauchst so viele Dinge gleichzeitig.

00:14:27: Du musst gute Fragen stellen können, du musst gut zuhören können und sofort damit was anfangen können.

00:14:33: Du muss es sofort ein bisschen einordnen können, mitschreiben können.

00:14:37: Also als Rekruder auch noch moderieren auf die Zeit gucken

00:14:42: usw.,

00:14:42: also so ein Interview Macht euch da nichts vor.

00:14:46: Das ist erstens was, was ihr nicht sofort können könnt.

00:14:50: also Interviewführung will gelernt sein und wenn ihr eure erste Rolle im Recruiting startet dann werdet ihr auf jeden Fall viel viel lernen müssen und es wird am Anfang noch anstrengender sein.

00:15:01: aber Es ist Weiß ich nicht.

00:15:04: wenn ich vergleichen müsste wenn ich jetzt schmied wäre ja und Ich würde eine richtig geile Eisenbank schmieden und da bin ich richtig stolz drauf.

00:15:13: Ich mir denke geil, das habe ich mit meinen eigenen Händen geschaffen.

00:15:16: Das ist mein Handwerkszeug.

00:15:18: dann müsst ihr euch das als Rekuter glaube ich auch ungefähr so vorstellen ein gutes wirklich reliables präzises Interview ist euer Handwerkzeug ja?

00:15:26: Und das müsst ihr gut machen und da könnt ihr auch verdammt stolz darauf sein.

00:15:29: wenn ihr das geschafft habt für eine Rolle So ein interview zu schmieten

00:15:38: hundertprozentig, würde ich das unterschreiben.

00:15:40: Also... Ich finde Interviews führen und ich habe meine Karriere begonnen mit Interviews führen die waren komplett unstrukturiert.

00:15:50: Das war eine coole Gespräche!

00:15:51: Ich hab' gegenseitig gut kennengelernt und wusste Motivation.

00:15:55: Da war auch noch Personalvermittler da ging es gar nicht so stark auf Passungen sondern wie verkaufe ich die Personen am besten?

00:16:01: Und dann wurde der Rest eigentlich genauso unstrukturierter den Film gemacht wenn ich ehrlich bin Das war in der Menge wesentlich eine andere Nummer und je weiter ich meine Karriere runterguckt, desto stärker strukturiert war es das Ganze.

00:16:18: Und ich persönlich als Team-Lied führe ausschließlich hochstrukturierte Interviews weil mit dem ganzen Wissen was ich habe irgendwie nicht verantworten kann dass sich unpräzise Auswahl entdehn mir mögliche Maßnahmen Und das ist extrem anspruchsvoll, es ist genau das was du sagst.

00:16:37: Es ist Aufmerksamkeit!

00:16:39: Es ist Frageprezise formulieren und es ist gut moderieren.

00:16:43: Erwartungen auch meinens schon da drin.

00:16:45: Das ist wirklich sehr, sehr anspruchssvoll und macht einen aber auch wenn man hinten raus für sich eine Entscheidung trifft bis zum Gewissen grad stolz dass man die richtigen Sachen herausgearbeitet hat weil man auch – und das ist auch das als Teamlied gesprochen Feedback geben kann, was jetzt geklappt hat und was nicht.

00:17:03: Und warum man seine Entscheidung so getroffen hat?

00:17:06: Das

00:17:07: ist Gold wirklich!

00:17:10: Danke dass du es erwähnst weil das ist glaube ich fast vielleicht sogar.

00:17:14: also mal ganz abgesehen von diesem Du wählst besser und qualitativer Personal aus ist es für uns als Recruiter eines der geilsten Argumente für hochstrukturierte Interviews Weil du dann dieses Monster absagen.

00:17:28: ja das gibt's nicht mehr sondern du gehst in deine Notizen und du hast ganz klar vor dir schwarz auf weiß, warum du dieser Person jetzt absagen kannst.

00:17:37: Und das ist so angenehm!

00:17:39: Und jetzt kommt es... Das ist nicht nur für dich angenehmen, sondern es ist bestiftet auch echten Mehrwert für den abgesagten Kandidaten oder die abgesagte Kandidatin.

00:17:48: Also ich hoffe ihr habt es auch schon mal feststellen dürfen dass Leute auch auf eine Absage wirklich sehr wertschätzend reagiert haben.

00:17:57: Endlich sagt mir mal jemand, wo der ans Gelegen hat.

00:18:00: Ja endlich kriege ich mal vernünftiges Feedback ehrliches Feedback und jetzt kann ich dran arbeiten.

00:18:06: Und dann jetzt wird es noch geiler und den Schlenker muss ich noch kurz machen.

00:18:12: wenn du das gemacht hast und Du hast dann diese gleiche Person Monate später wieder in dem interview für eine andere position Und du merkst, irgendwann nach einer halben Stunde im Interview und ich krieg ohne Witz grad Gänsehaut man.

00:18:27: Dass die Person sich dein Feedback zu Herzen genommen hat... ...und genau die Punkte jetzt viel besser macht als in dem Interview von vor ein paar Monaten.

00:18:37: Das ist richtig crazy!

00:18:38: Das ist so'n richtiger What the fuck Moment wo du denkst okay krass.

00:18:42: Ja meine Arbeit bewirkt tatsächlich was nicht nur im Unternehmen sondern auch bei den Menschen wenn ich sie richtig mache.

00:18:48: das is richtig nice

00:18:51: Und das kann ich sehr gut nachvollziehen, hatte was ähnliches dann auch.

00:18:57: Wir reden hier im Podcast ja ständig über Struktur im Recruiting.

00:19:01: Denn sind wir mal ehrlich – Interviews oder Assessment-Centern enten oft in endlosen Diskussionen wer bei wem das beste Bauchgefühl hatte.

00:19:09: und genau hier kommt Applesia ins Spiel!

00:19:11: Die Software macht Schluss mit dem Chaos.

00:19:14: sie führt euch digital durch den Prozess und sorgt für valide vergleichbare Ergebnisse direkt auf Knopfdruck.

00:19:19: Das Produkt hat uns echt überzeugt, weil sie in der Personalauswahl, Ressourcenspart und dem Prozess verbessert.

00:19:26: Schaut's euch mal an auf apysia.de/.basics

00:19:31: Wenn wir so ein bisschen vielleicht ein anderes Thema anschneiden.

00:19:35: also unstrukturiertes Interview spontan jeder kriegt eine andere Frage so Free Flow wie ich es mir ausdenke.

00:19:43: Teilstrukturiert im besten Fall die immergleichen Fragen, die alle hören.

00:19:47: Und dann mal gucken wie es läuft.

00:19:48: hoch strukturiert.

00:19:50: Immer gleiche Fragen, immer gleiche Frageart.

00:19:53: Möglichst genau gleicher Wortlaut.

00:19:57: Wie stehst du zum Thema Nachfragen oder nachfassen?

00:20:02: Also wenn man eine Frage stellt danach nicht nur die Antwort anzuhören sondern vielleicht auch nochmal tiefer reinzusteigen.

00:20:09: Du redest jetzt konkret davon, dass ich als Rekruder oder der Heimmanager nachfragt.

00:20:13: Genau ganz konkret!

00:20:14: Du stellst eine deiner Fragen und dann wird geantwortet und dann fragst du noch mal nach bist du Fraktion?

00:20:20: Ich frage nach oder Fraktion?

00:20:21: Stelle meine Frage einmal und mach mir...

00:20:23: Nein, ich bin Fraktion.

00:20:24: Ich fraue nach.

00:20:25: Ich fahre nach bis ich das habe was ich will.

00:20:27: ja und das ist glaube ich auch der große Unterschied.

00:20:35: Wir müssen weg von diesem ich stelle zwanzig verschiedene Fragen zu zwanzich verschiedenen Kompetenzen, sondern ich stell lieber zwanzige Fragen zu einer Kompetenz.

00:20:44: Weil ich die Kompetent als die absolut kritisch notwendige identifiziert habe vorher und kriege dann aber auch wirklich raus ob jemand die Ausprägung dieser Kompetence nicht haben will so mitbringt oder nicht.

00:20:56: Und deswegen bin ich definitiv Typ Nachfragen, Eskalationsfragen for the world.

00:21:01: Also auf jeden Fall mit welcher Methode oder wie man die auch immer nennen will ist dann letztendlich wurscht.

00:21:06: aber du kannst nicht mit nur einer einzigen Frage das bekommen was du hören willst.

00:21:17: Aber Gegenfrage?

00:21:18: Wie es sieht's bei dir aus weil du so schelmisch ins Mikro lächelst.

00:21:25: Ich bin immer jemand, der sagt meine Frage ist in meinem Kopf gut.

00:21:29: Wenn die Gegenseite meine Frage vielleicht nicht versteht dann muss ich irgendwie auch mich hinterfragen ob meine Frage gut gestellt ist.

00:21:36: also gebe ich da auch schon auch mal Nachfragen.

00:21:38: und Da mir die Star Methode in der Antwort so wichtig ist, dass es grundsätzlich etwas wo Menschen wenig drin geschult und geübt drin sind.

00:21:47: Und das ist schwierig ad hoc das abzudiefern klar ich schicke immer vorab auch informations zur star methode damit jeder sich informieren kann zu mich auch ein indikator in wie fern jemand sich damit auseinander gesetzt hat und seine eigene gedanken struktur mir so wieder geben kann.

00:22:03: Aber wenn das jemand nicht so gut gelingt, dann führe ich da schon noch mal in und sag ok kannst du mir nochmal genau die Situation beschreiben.

00:22:08: Ich war ja nicht dabei.

00:22:10: Ok was genau war jetzt deine Aufgabe?

00:22:12: Was genau hast Du denn jetzt dort gemacht?

00:22:15: Das ist alles so eine Sache.

00:22:16: Da frage ich dich definitiv nach... Ich frag dich deshalb und hab deshalb so schämisch gegrinst, weil natürlich was das Thema Reliabilität und Präzision angeht.

00:22:27: Das Thema Nachfragen an für sich bei hochstrukturierten Interviews ausgeschlossen ist.

00:22:33: Wenn man das nämlich nicht macht dann ist dein Ergebnis liabler.

00:22:37: Und das finde ich fast verrückt, weil es so kontraintuitiv ist und da bin ich jemand der sagt ja war ich auch von Ereignungstdiagnostik gehabt?

00:22:47: wirklich dann schwierig ist, ein natürliches Gespräch zu führen.

00:22:51: Ja ich kann nicht genau sagen was wie genau das mit den Nachfragen jetzt auch dort definiert wurde.

00:22:58: aber wenn du diese Methoden natürlich anwendest dann musst du also wir müssen glaube ich unterscheiden zwischen was es eine nachfrage und was is ne escalationsfrage.

00:23:09: ja so ich glaube dass ein unterschied besteht.

00:23:15: Also eine Nachfrage wäre, ich stelle die gleiche Frage noch mal nur anders.

00:23:19: Eine Eskalationsfrage ist wie du schon gesagt hast, ja?

00:23:21: Du hast irgendeine Einstiegsfrage gestellt, so ein bestimmtes Thema.

00:23:24: Er beschreibe mir eine berufliche Situation in der es wichtig war dass du zum Beispiel sehr sensibel auf einen Kunden eingegangen bist.

00:23:31: Wäre eine typische Frage mit der man eine Biografie bezogene Frage zu einer beruflichen Situation aus der Vergangenheit einleitet.

00:23:40: Und dann kriege ich eine Antwort, wo ich noch nicht verstanden habe was gings bei der Situation.

00:23:46: Dann stelle ich die Eskalationsfrage bitte beschreib mir nochmal ganz genau worum ging's bei der Situation?

00:23:51: Wer war an der Situation beteiligt?

00:23:54: und so weiter... Dann geht es weiter.

00:23:56: Die nächste Stufe der Eskalationsfragen ist dann zu sagen, okay, habe die Situation verstanden?

00:24:01: Check!

00:24:02: Wie hast du dich in dieser Situation konkret verhalten?

00:24:04: Was waren deine konkreten To-dos?

00:24:06: Was hast du konkret getan und was haben vielleicht andere noch getan

00:24:09: usw.,

00:24:10: damit ihr dieses Ziel an erreicht?

00:24:12: Und dann das Button at least das Ergebnis des Ganzen abzufragen.

00:24:16: Das sind für mich Eskalationfragen.

00:24:17: Wenn ich aber dreimal die gleiche Frage stelle nur mit anderen Worten, dann wären das für mich Nachfragen so würde ich unterscheiden

00:24:25: Ja, schön.

00:24:26: Danke für die Präzisierung hier und dann... Also ich sehe es wie du.

00:24:32: Ich finde wichtig dass das auch in dem Fluss ist und man auch die Gegenseite so ein bisschen dahin führt was man eigentlich hören will weil's eben nicht komplett intuitiv ist und nicht jeder das spontan von sich geben kann.

00:24:45: Da find' ich das wiederum einfach nur fair.

00:24:48: wenn und das ist mir ganz wichtig wer man bei allen immer gleich macht Also wenn jemand, wenn man jedem die Chance gibt sich durch dieses Star durchzuarbeiten indem er in Eskalationen zu fragen stellt dann ist es für mich okay.

00:25:00: Wenn man das bei einer Person macht und bei der anderen nicht, dann ist das schwierig weil man sich selber dann in dem Hotel begibt was nicht ganz so optimales.

00:25:08: Und ich finde es auch super, dass du die Infos dazu auch vorher rausgibst.

00:25:12: Also ich mache tatsächlich halt im Interview, das ich sage jetzt kommen wir zu einem Abstand wo wir kompetenzbasierte Fragen stellen und da wird's immer darum gehen, dass wir versuchen uns eine berufliche Situation aus deiner Vergangenheit herauszupicken ja?

00:25:24: Vielleicht können wir hier noch ganz kurz den Bogen nochmal machen.

00:25:27: zu dem Thema situativen biografische Fragen.

00:25:32: Das hat den Charme!

00:25:32: Es ist zwar eine biographische Frage aber sie bezieht sich auf eine konkrete Situation was irgendwie komischerweise auch wieder zu einer situativen frage macht weil und das hatte ich ja auch schon öfter mal an anderer stelle auch erwähnt situative fragen sind kein selbstläufer die sind mit vorsicht zu genießen, weil sie sehr viel präzise vorarbeit erfordern.

00:25:56: Ja du kannst nicht einfach jetzt spontan dir eine situation im kopf ausdenken und die situative frage so hinschmeißen Und dann erwarten dass du da gute antworten darauf bekommst.

00:26:04: und deswegen verwende ich die zum beispiel fast nie oder nur sehr dosiert.

00:26:09: und wenn dann muss ich mir vorher wirklich ganz viel Gedanken dazu machen, wie ich die Situation beschreibe damit die Kandidaten da vernünftig darauf antworten können.

00:26:20: Und ja deswegen fand ich das.

00:26:22: also ist die Kombination aus dieser Biografie Bezogenheit auf der einen Seite aber eben auch die Situationsbezogenheit an der anderen Seite finde ich super wichtig und nur dann kannst du ja auch eigentlich die Star Methode entsprechend gut anwenden.

00:26:37: Ja, ich persönlich glaube, ich stelle gar keine situativen Fragen, weil sie natürlich sehr stark erwünschtes Verhalten von Kandidaten, die einen gewissen Grad an Intelligenz einfach auch mitbringen.

00:26:47: Das ist natürlich ... denen sind auch eine Likator für Intelligenzen sein aber... Weil die Personen dann eben recht gut anfühlen können was sucht man eigentlich wirklich und dann etwas erzählen wie sie sich hypothetisch verhalten würden was sie in der Wahrheit gar nicht abrufen können?

00:27:04: Ich würde insofern ein kleines bisschen widersprechen, dass eine biografische Frage die Kompetenz basiert gestellt ist keine situative Frage.

00:27:14: Weil man fragt zwar schon nach einer Situation aber ganz explizit in der Vergangenheit des Gegenübers woran man sich erinnert und frame die entsprechend so das die Person dann auch in der eigenen Vergangenkeit forschen kann.

00:27:28: Übrigens viel, viel bessere Fragen als Fragen nach dem Lebenslauf.

00:27:31: die kann man auch gut mit einem Lebenslauf vergleichen oder kombinieren indem man sagt hey mich interessiert genau in der Zeit bei der Firma wo du Projektmanager warst kannst du dich da eine Situation erinnern die so und so ablief und wie hast du dich verhalten was war da?

00:27:47: Und das ist dann wirklich beides miteinander kombiniert.

00:27:50: und dann merkt die gegenseite okay da hat jemand auch mein Lebenslauf tatsächlich angeguckt Und das ist eine schöne, schöne Geschichte die du das Ganze dann zusammenbringst.

00:27:59: Das finde ich auch immer ein sehr gutes Argument wenn Menschen sagen er habe einen Hochstrukturier des Interviews ja gar nicht mehr individuell und es ist gar nicht mir persönlich Ja?

00:28:06: Und da sage ich doch dass es genau deswegen persönlich weil wir wirklich nach ganz persönlichen Erfahrungen aus der beruflichen Vergangenheit dieser Menschen fragen.

00:28:14: Und dadurch wird jedes Interview auch individuell, aber du bleibst trotzdem in deinem Rahmen und in deiner Struktur und deswegen fühlt es sich glaube ich für die Bewerbenden nie so an als wäre es nicht persönlich.

00:28:27: Total!

00:28:28: Aber es ist trotzdem nochmal ganz kurz... Es ist trotzdem echt auch anstrengend für beide Seiten.

00:28:34: Und deswegen schicke ich es halt vorweg, damit man die Chance hat sich damit auseinanderzusetzen.

00:28:39: Entweder mit einem konkreten Link zu irgendwas was das gut erklärt und dann kann man zumindest schon mal gedanklich sich darauf einlassen weil ich es wirklich nicht sehr intuitiv finde.

00:28:51: Klar!

00:28:52: Ich suche auch häufig Rekruterinnen.

00:28:55: Das ist tatsächlich etwas wo ich automatisch aussehe wie jemand sich mit neuen Themen auseinandersetzt also bei mir Gepart mit Fachlichkeit.

00:29:03: Das ist ja aber nicht immer so, würde ich auch bei völlig recruitigen fremden Rollen anbieten weil jeder sollte die Chance bekommen sich vorab mit sowas ungewohnten Auseinanderzusetzen.

00:29:13: Voll!

00:29:14: Ja finde ich sehr gut.

00:29:15: Ich habe noch eine Frage an dich, weil wir ein Thema nämlich noch nicht behandelt haben.

00:29:19: und Spoiler Alert es gibt nur eine richtige Antwort auf diese Frage Wie viele Personen im Interview sind?

00:29:29: gut?

00:29:31: Eine oder mehr als eine.

00:29:37: Das ist so ein bisschen wie diese Fernsehquiz-Fragen irgendwie, was ist die Hauptstadt von Deutschland?

00:29:41: Antwort A ist Berlin und Antwort B ist Ente.

00:29:44: Ente,

00:29:46: definitiv Ente!

00:29:49: Ja gut in dem Sinne es gibt durchaus Situationen wo Gespräche alleine auch sinnvoll sind vielleicht im früheren Stadium.

00:29:57: tatsächlich ist aber immer ne Gegenperspektive ganz gut.

00:30:01: also ich sage mal Immer mindestens zwei ist eine gute Idee, aber auch nicht deutlich mehr als zwei.

00:30:07: Also ich glaube so bei drei Personen auf der Unternehmenseite würde ich einen Cut setzen weil sonst hat das Ganze irgendwann so ein Tribunaleffekt und mir müsste jemand schon gut erklären warum es hier überhaupt mehr als Zwei geben müsste.

00:30:21: Weil sonst wird's dann schwierig dort die Redeanteile zu machen.

00:30:27: Die Gegenseite fragt sich auch, wer ist denn dieser Mensch?

00:30:29: Warum sagt er die ganze Zeit nichts zu sein.

00:30:31: Man erklärt am Anfang ganz gut, wer was macht, dann ist es in Ordnung.

00:30:34: Warum ist das wichtig?

00:30:35: Weil natürlich Wahrnehmung etwas ist, was uns alle treibt.

00:30:40: und ich hatte schon ganz oft Situationen wo ich mit einer anderen Person ein Interview geführt haben, wo wir aufgrund von einer Frage der dann folgenden Antwort sehr unterschiedliche Wahrnehnungen von der Person hatten Und das war immer interessant, sich gegenseitig dort anzugleichen.

00:31:00: Weil natürlich weder die eine noch die andere Person im Kern recht hatte sondern wir aus unterschiedlichen Perspektiven diese Antwort und auch dann die anderen Personen beleuchtet haben uns ein umfasseneres Bild gestalten konnten.

00:31:13: also Sich selber dort Das Leben leichter zu machen durch weitere Wahrnehmungen ist immer ne gute Idee.

00:31:20: Ja Danke.

00:31:22: Die Antwort ist also Ente definitiv, mehr als eine Person aber vielleicht weniger als vier wäre ganz gut.

00:31:29: ich mache jetzt so vier Personen während des Ausnahmesituationen wie weiß ich nicht es kommt noch ein Teammitglied irgendwie noch dazu was wir hinkründen auch immer oder Weiß ich nicht, eine neue Kollegin die eingearbeitet wird kommt mit ins Interview und dann sind quasi zwei aus dem Recruiting dabei.

00:31:45: Aber die eine hört nur zu und dann noch eben Führungskraft- und Betriebsrat.

00:31:48: hat es für mich jetzt noch machbar.

00:31:49: Aber drei ist für mich normalerweise auch so der Sweet Spot also mehr als drei.

00:31:54: aber Grundregel ist das ist wie bei der Rettungsgasse ja Das ist eigentlich super einfach wenn du links fährst du links Wenn du rechts fährest egal wo rechts färst immer rechts Und bei den bei den Intervitteilern ist es so immer mehr als einer.

00:32:08: Also nie alleine.

00:32:09: Punkt, nie alleine!

00:32:10: Das ist einfach die Grundregel, die man glaube ich mitnehmen sollte wenn wir jetzt wirklich von richtigen Einstellungsinterviews sprechen wo dann auch eventuell Entscheidungen getroffen werden oder Bewertungen vorgenommen werden.

00:32:21: Punkt.

00:32:22: Tatsächlich ist es ja nicht immer möglich aber auch nicht immer effektiv.

00:32:25: also wir haben durchaus bei uns die ersten Gates in Einzelpersonen also in one-on-one.

00:32:31: da ist natürlich Struktur umso wichtiger.

00:32:33: Da ist wieder das gleiche die Lösung für diese Situation.

00:32:37: Für mich je näher man an die finale Entscheidung rückt, desto wichtiger werden unterschiedliche Perspektiven.

00:32:43: Natürlich ist gerade am Anfang das Thema Fehler zweiter Art dann recht hoch wenn man nur eine Person vor sich sitzen hat.

00:32:49: aber es ist auch ne Ressourcenfrage.

00:32:51: Ja absolut ja.

00:32:53: ich schaue auf die Uhr und wie's der Zufall will haben wir noch genau eine Minute Haben wir nicht.

00:33:00: Wir haben noch mehr, aber ich habe nämlich noch eine Frage an dich, die mir jetzt wirklich nur mal wichtig ist bevor wir den wohlverdienten Ausstieg hier nehmen!

00:33:08: Wir haben jetzt von situativen und biografischen Fragen gesprochen.

00:33:12: Fallen dir eigentlich noch andere Fragenarten auf oder einen, die du auch tatsächlich nutzt oder die man empfehlen kann?

00:33:19: Mir fällt nämlich jetzt gerade spontan sowas wie auch ne Skalenfrage ein.

00:33:22: ja das ist ja etwas was auch gern geschieht.

00:33:28: Gibt es für dich Fragearten, die man vielleicht lieber nicht nutzen sollte?

00:33:32: Ja gibt's definitiv und zwar spontane Fragen.

00:33:36: Auf gar keinen Fall spontane fragen nutzen!

00:33:39: Und wenn ihr im ersten Interview seid und da noch eine spontane Frage zufällig stellt dann stellt sie gefälligst in den anderen fünf Interviews auch bitte.

00:33:47: Nein aber ansonsten fällt mir tatsächlich jetzt keine Gamechanger-Frageart ein, die ich sonst noch stellen würde...

00:33:55: Das finde ich auch richtig gut.

00:33:57: Auch das nochmal, weil manchmal hat man auch gute Nachfragen tatsächlich, weil die eigene Frage nicht gut genug gestellt war dann aber die Situation zu replizieren und allen anderen Bewerbenden hoffentlich passiert sein nur beim allerersten.

00:34:13: Die Möglichkeit zu geben, die Frage zu beantworten ist sehr wertvoll.

00:34:18: Es ist sehr wichtig sich darüber Gedanken zu machen.

00:34:22: was für Interviews führe ich eigentlich?

00:34:23: Und warum führe?

00:34:25: Und ich sag jetzt mal was provokantes Basti, weil wir gehen ja auch immer darauf ein.

00:34:31: Was kann ich morgen anders machen?

00:34:34: Wenn du bis hierher zugehört hast und du bist Fraktion unstrukturiertes Interview dann empfehle ich dir, ich sage es einmal provokant und einmal wohlwollend hör auf faul zu sein und fang an deine Gespräche zu strukturieren, weil das ist verdammt nochmal dein Kernjob als Rekruterin oder anders wertschätzender formuliert aus meiner Sicht, mach dir mehr Gedanken warum es große große Vorteile hat sich diese Arbeit aufzubürden weil dann auch automatisch und das verspreche ich dir dein Standing sofort.

00:35:09: Sofort steigt bei allen Beteiligten!

00:35:11: Weil ich in meinem ganzen Leben noch nie jemanden ein strukturiertes oder hochstrukturierteres Interview hab durchführen lassen der danach nicht gesagt hat dass war genau richtig.

00:35:22: Es hat mir sehr geholfen, ich will beim nächsten Mal mehr davon.

00:35:27: Und mein Pro-Tipp dazu ist... Hör auf Arthur!

00:35:32: Sowieso immer gut.

00:35:35: Ja und jetzt kann ich meine grandiose Anmoderation von vorhin ja nochmal wiederholen, die leider nicht geklappt hat.

00:35:42: Und zwar wir kommen zu unserem Abschluss zu unserer letzten Minute des Podcasts zu unserer Bias Minute und ich bin sehr gespannt was du dabei hast Arthur.

00:35:53: Ich habe heute den MIR Exposure Effekt dabei.

00:35:57: Der Basti guckt überrascht, weil ich was anderes wollte.

00:35:59: aber MIR exposure ist für mich einer der interessantesten Effekte, weil er im Endeffekt Folgendes beteilt wenn du etwas sehr oft siehst wird es dir nicht nur vertrauter sondern Du hast es auch immer gerne.

00:36:14: also das wird in Marketing verwendet.

00:36:17: weswegen werden wir ständig mit irgendwelchen Mikromarketing zum gewissen Thema auch beschallt, damit wir das einfach mögen und damit's im Hirn bleibt.

00:36:27: In dem Moment wo wir diese Kaufentscheidung treffen können umgemünzt auf Personal, auf Organisationen wenn ich ständig bei meinem eigenen Chef oder meiner eigenen Chefin Rheinschneier und Hallo sage hat die Person sich irgendwann so an mein Gesicht gewöhnt dass sie mich irgendwann zwangsweise anfängt zu mögen weil das ist der MIR exposure effect.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.